Wieder ein paar Storys aus meiner jahrzehntelangen Praxis als Hausarzt:
ein älterer Herr, Witwer, allein wohnend bekommt alle ein bis zwei Wochen Besuch von seiner Tochter. Körperlich und geistig ist er noch fit, seine sozialen Kontakte sind auf den Besuch des Pflegedienstes-5 Minuten pro Tag -und den ein bis zweiwöchentlichen Kontakt zur Tochter beschränkt. Freunde sind entweder verstorben oder sitzen genauso einsam wie er vor dem Fernseher.
Eines Tages betritt die Tochter sehr aufgeregt meine Praxis. „Der Vater ist bestohlen worden, betrogen, hinters Licht geführt, abgezockt!“ Sitzt sie schließlich vor mir.
Und dann die dazugehörige Geschichte. Vater bekam in der letzten Zeit häufiger Besuch von einer jungen Dame. Sie hatte sich vorgestellt, vom Sozialdienst der Krankenkasse beauftragt zu sein, der Patient möge aber nichts über ihre Besuche der Tochter berichten, denn diese wolle, dass der Vater allein bleibe. Wenig später kam sie dann mit einem kleinen Teppich auf der Schulter zu Besuch. Sie habe eine Überraschung, ein Schnäppchen für unseren älteren Herrn erstanden, müsse dem Verkäufer jedoch noch das Geld aushändigen.
Mit 5000 € sei er dabei!
Voller Vertrauen geht er mit der jungen Dame zur Bank, hebt das Geld ab, händigt es ihr aus und sieht sie nie wieder. (Der Teppich war wie sich später herausstellte keine 50 € wert).
Was können wir daraus lernen?
Hätte er sich noch mehr isolieren sollen?
Gäbe es eine technische Lösung? Eine Kamera?
Hätte man ihm die Vollmacht über das Konto entziehen sollen?
Wir sind der Meinung, dass Einsamkeit bedürftig macht, bedürftig nach Liebe und Zuwendung und damit empfänglich für materielle Ausnutzung.
Wir haben vorgeschlagen ihm keine Vorwürfe zu machen und eine Witwe aus der Nachbarschaft gebeten, ihm jeden Morgen für ca. 2 Stunden Gesellschaft zu leisten. Natürlich für ein angemessenes Entgelt.
Die 5000 € hätten lange für diesen freundschaftlichen Dienst gereicht.
Die beiden haben schließlich viel unternommen, seine Einsamkeit war verflogen und als er mit weit über 90 verstarb, lag ein Lächeln auf seinem Gesicht!
Gut gelaufen – Glück
Gewicht runter – Lebensglück hoch!
Ein junger Mann, 43 Jahre alt komm zu mir, weil er gehört hat, ich hätte eine neue Diät für Übergewichtige.
Habe ich nicht!
Was ich habe, ist ein wissenschaftlich ausgearbeitetes Programm mit dem Ziel einer artgerechten Ernährung nach Matthias Riedl.
Wie dem auch sei, wir fangen mit der Analyse seiner Ernährungsgewohnheiten nach meinem Semi quantitativen Ernährungsprotokoll an.
Nachdem er das abgegeben hat (zwei Wochen Doku) setze ich mich an die Arbeit: ich gebe ihm schriftlich, welche Defizite aus diesem Protokoll ersichtlich sind. Mit gleicher Post kriegt er Vorschläge für Maßnahmen, die er schrittweise einführen kann.
Er entschließt sich für mehr Gemüse – und basta, die Snacks, die Cola, die Fast Food Mahlzeiten, die Süßigkeiten, der Bewegungsmangel bleiben unberührt. Zusätzlich bekommt er die Abnehm Spritze, nachdem er 14 Tage diese Maßnahme mehr Gemüse umgesetzt hat.
Nachdem er im ersten halben Jahr 26 Kilo Gewicht verloren hat – ohne eine einzige Hungerattacke – fühlt er sich superglücklich und beabsichtigt, sich nun regelmäßig zu bewegen. Wir werden weiter zusammenarbeiten und fest ins Auge fassen, die nächsten 26 Kilo Fett abzubauen. Aber vor allem einen glücklichen Menschen vor uns zu haben! Sollten sich irgendwelche andersartigen Probleme auf unserem gemeinsamen Weg ergeben, werden wir versuchen die gemeinsam zu lösen.


